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Wenn KI besser ist als ich, hör’ ich als Arzt auf“ – Warum Empathie im KI-Zeitalter nicht mehr reicht

Inga Bergen analysiert, warum Empathie in der KI-Medizin nicht mehr ausreicht. Während Patient:innen immer häufiger ChatGPT, Deep Research und Social Media für Gesundheitsfragen nutzen, wird ärztliche Kunst neu definiert: Es geht nicht mehr primär um Wissensvorsprung, sondern um Vertrauen, Einordnung und die Fähigkeit, aus Wissen Handlung entstehen zu lassen. Dafür schlägt Inga Bergen den Begriff „Empacty“ vor.

KI verändert die Medizin nicht nur technisch, sondern auch kulturell. Patient:innen suchen längst nach Antworten bei ChatGPT, TikTok und KI-Tools. Für Ärzt:innen entsteht dadurch eine neue Rolle: nicht als Wissensmonopolist:innen, sondern als Menschen, die aus Information Vertrauen, Orientierung und Handlung machen.

Wenn Patient:innen nicht mehr fragen, ob jemand Ärztin ist

„Wenn KI besser ist als ich, hör’ ich als Arzt auf. Dann verkaufe ich Würstchen.“ Dieser Satz fiel nach einem Vortrag von Inga Bergen über KI und Digitalisierung im Gesundheitswesen. Er war nicht als Witz gemeint. Vorher hatte derselbe Arzt gefragt: „Sind Sie Ärztin?“ Als die Antwort Nein lautete, sagte er: „Das dachte ich mir.“ Zwei Sätze, die auf den ersten Blick unterschiedlich klingen, aber dieselbe Unsicherheit zeigen: Wer nicht aus dem System kommt, darf nicht mitreden. Und wenn eine Maschine mehr weiß, macht sie mich überflüssig.

Genau diese Logik wird im KI-Zeitalter zum Problem. Denn Patient:innen stellen diese Frage längst nicht mehr so konsequent. Sie fragen ChatGPT, Claude, TikTok, Deep Research oder Content Creator – oft nicht, weil sie Ärzt:innen ersetzen wollen, sondern weil sie Antworten brauchen, wenn das System gerade nicht erreichbar ist. Die größte Praxis der Welt hat keine Zulassung, keine Niederlassung und keine Öffnungszeiten. Sie ist rund um die Uhr verfügbar, antwortet sofort und wird von Millionen Menschen täglich genutzt.

Das verändert die Arzt-Patienten-Beziehung fundamental. Besonders junge Menschen bewerten Gesundheitsinformationen zunehmend danach, ob sie hilfreich, verständlich und zugänglich sind – nicht danach, ob sie aus einer klassischen medizinischen Autoritätsstruktur kommen. Genau hier entsteht die neue Spannung: Patient:innen kommen informierter in die Praxis, aber nicht zwingend besser informiert. Sie bringen ChatGPT-Ausdrucke, TikTok-Diagnosen, Deep-Research-Zusammenfassungen und vermeintlich evidenzbasierte Empfehlungen mit. Manche davon sind erstaunlich gut. Andere sind falsch, gefährlich oder aus dem Kontext gerissen.

Die medizinische KI ist dabei selbst widersprüchlich. In einigen Studien erreicht ChatGPT bei komplexen Fällen beeindruckende Ergebnisse, teilweise sogar bessere als Ärzt:innen mit KI-Unterstützung. In anderen Tests liegt die Diagnosequalität deutlich niedriger. Das eigentliche Risiko ist deshalb nicht nur, dass KI falsch liegen kann. Das Risiko liegt darin, dass KI auch dann sicher klingt, wenn sie falsch liegt. Für Patient:innen ist diese Grenze schwer erkennbar. Für Ärzt:innen wird genau diese Einordnung zur neuen Kernkompetenz.

Damit verschiebt sich die ärztliche Kunst. Sie besteht nicht mehr allein darin, mehr zu wissen als Patient:innen. Dieses Wissensmonopol ist gebrochen. Ärztliche Kunst bedeutet heute, aus Informationsflut Klarheit zu machen, aus Verunsicherung Souveränität, aus Wissen Handlung und aus Zweifel Vertrauen. Genau dort liegt der Wert, den eine Maschine nicht einfach ersetzen kann. Nicht, weil KI unwichtig wäre, sondern weil medizinische Entscheidungen nie nur Informationsentscheidungen sind. Sie sind Vertrauensentscheidungen.


Von Empathie zu Empacty

mpathie bleibt wichtig, aber sie reicht nicht mehr aus. Patient:innen brauchen heute nicht nur jemanden, der ihre Angst versteht. Sie brauchen jemanden, der diese Angst einordnet, die Informationslage sortiert und gemeinsam mit ihnen eine tragfähige Entscheidung möglich macht. Inga Bergen schlägt dafür einen neuen Begriff vor: Empacty. Gemeint ist die Fähigkeit, aus Verstehen Handlung zu machen. Aus Mitgefühl wird ein Pakt, aus Beziehung wird Wirksamkeit.

Empacty besteht aus vier Ebenen. Zuerst geht es um Empathy & Evaluation: Was fühlt die Patientin, was hat sie recherchiert, welche TikTok-Erzählung oder KI-Antwort bringt sie mit? Danach folgt Actionable Connection: Die Verbindung bleibt nicht emotional, sondern wird handlungsfähig. Collaborative Consensus bedeutet, dass Ärzt:in und Patient:in gemeinsam entscheiden – mit KI als Werkzeug, nicht als Gegner. Und schließlich Trust & Adherence: Vertrauen wird zur Voraussetzung dafür, dass eine Therapie nicht nur verstanden, sondern auch umgesetzt wird.

Genau darin liegt die neue Unersetzbarkeit ärztlicher Arbeit. KI kann Empfehlungen formulieren, Wahrscheinlichkeiten berechnen und Informationen zusammenfassen. Aber sie kann keinen therapeutischen Pakt schließen. Sie kann keine Verantwortung tragen. Sie kann nicht wahrnehmen, ob eine Patientin nur höflich nickt oder tatsächlich verstanden hat. Sie kann nicht spüren, wann ein Mensch Angst hinter Sachlichkeit versteckt. Und sie kann nicht die soziale Beziehung herstellen, durch die aus einer medizinisch richtigen Empfehlung eine real gelebte Handlung wird.

Gleichzeitig verschärft Social Media die Lage. TikTok, Instagram und andere Plattformen sind längst Gesundheitsräume, aber keine verlässlichen Versorgungsräume. Viele Inhalte zu mentaler Gesundheit, ADHS, Autismus, Ernährung oder Therapie sind verkürzt, emotionalisiert oder nicht ausreichend evidenzbasiert. Patient:innen kommen deshalb nicht nur mit mehr Wissen, sondern auch mit mehr Fehlwissen in die Praxis – oft verbunden mit dem festen Gefühl, gut informiert zu sein. Das abzuwerten wäre falsch. Es ernst zu nehmen, ohne alles zu bestätigen, ist die neue Kunst.

Für Ärzt:innen bedeutet das: Die Frage ist nicht mehr, ob Patient:innen KI nutzen. Sie tun es längst. Die Frage ist, ob Ärzt:innen diesen Moment als Bedrohung erleben oder als Eintrittskarte zu einem besseren Gespräch. Wer beleidigt reagiert, verliert Vertrauen. Wer neugierig fragt, gewinnt Handlungsspielraum. „Was haben Sie gelesen?“ wird wichtiger als „Warum googeln Sie?“ Und vielleicht wird auch die Frage wichtiger: „Was sehen Sie, das ich noch nicht sehe?“

Der Satz vom Würstchenverkaufen bleibt deshalb hängen, weil er die falsche Alternative beschreibt. Es geht nicht um Arzt oder KI, nicht um Mensch oder Maschine, nicht um Wissensmonopol oder Bedeutungsverlust. Es geht um eine neue Rolle: Ärzt:innen werden zu Übersetzer:innen, Vertrauensstifter:innen und Entscheidungsbegleiter:innen in einer Welt, in der Informationen überall sind, aber Orientierung knapp wird. Wenn dieser Arzt jemals Würstchen verkauft, würde Inga Bergen vermutlich welche kaufen. Aber wichtiger wäre: Er bleibt Arzt – nur anders als bisher.

Pro Tipp

Wer im KI-Zeitalter medizinische Autorität behalten will, sollte nicht gegen KI argumentieren, sondern besser werden in dem, was KI nicht kann: Beziehung gestalten, Unsicherheit einordnen, Verantwortung übernehmen und Patient:innen zu wirksamen Entscheidungen führen.

FAQ

Was bedeutet Empacty?

Empacty beschreibt die Fähigkeit, aus Verstehen konkrete Handlung entstehen zu lassen. Es geht nicht nur um Mitgefühl, sondern um eine wirksame Verbindung zwischen Ärzt:in und Patient:in.

Warum reicht Empathie im KI-Zeitalter nicht mehr aus?

Weil Patient:innen heute mit vielen Informationen, KI-Antworten und Social-Media-Erzählungen in die Praxis kommen. Sie brauchen nicht nur Verständnis, sondern Orientierung, Einordnung und eine gemeinsame Entscheidung.

Welche Rolle spielt KI in der Medizin?

KI kann Diagnostik, Recherche und Entscheidungsunterstützung verbessern. Sie ersetzt jedoch nicht die menschliche Verantwortung, die Beziehung und das Vertrauen, die für gute Versorgung zentral sind.

Warum ist die Arzt-Patienten-Beziehung wichtiger geworden?

Weil das Wissensmonopol der Medizin durch KI und digitale Informationen schwächer wird. Gerade deshalb wird die Fähigkeit, Vertrauen und Handlungssicherheit zu schaffen, zum entscheidenden Wert.

Fazit

KI macht medizinisches Wissen verfügbarer, schneller und zugänglicher. Aber genau dadurch wird die Arzt-Patienten-Beziehung nicht weniger wichtig, sondern wichtiger. Je mehr Informationen Patient:innen mitbringen, desto größer wird der Bedarf an Menschen, die einordnen, beruhigen, widersprechen, verbinden und Verantwortung übernehmen können.

Empathie ist dafür die Grundlage, aber nicht das Ziel. Die Zukunft der Medizin braucht Empacty: die Fähigkeit, aus Verstehen wirksames Handeln zu machen. Nicht das Wissensmonopol macht Ärzt:innen unersetzbar, sondern die Fähigkeit, Vertrauen so zu gestalten, dass Patient:innen gute Entscheidungen wirklich umsetzen können.

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Wenn Patient:innen nicht mehr fragen, ob jemand Ärztin ist

„Wenn KI besser ist als ich, hör’ ich als Arzt auf. Dann verkaufe ich Würstchen.“ Dieser Satz fiel nach einem Vortrag von Inga Bergen über KI und Digitalisierung im Gesundheitswesen. Er war nicht als Witz gemeint. Vorher hatte derselbe Arzt gefragt: „Sind Sie Ärztin?“ Als die Antwort Nein lautete, sagte er: „Das dachte ich mir.“ Zwei Sätze, die auf den ersten Blick unterschiedlich klingen, aber dieselbe Unsicherheit zeigen: Wer nicht aus dem System kommt, darf nicht mitreden. Und wenn eine Maschine mehr weiß, macht sie mich überflüssig.

Genau diese Logik wird im KI-Zeitalter zum Problem. Denn Patient:innen stellen diese Frage längst nicht mehr so konsequent. Sie fragen ChatGPT, Claude, TikTok, Deep Research oder Content Creator – oft nicht, weil sie Ärzt:innen ersetzen wollen, sondern weil sie Antworten brauchen, wenn das System gerade nicht erreichbar ist. Die größte Praxis der Welt hat keine Zulassung, keine Niederlassung und keine Öffnungszeiten. Sie ist rund um die Uhr verfügbar, antwortet sofort und wird von Millionen Menschen täglich genutzt.

Das verändert die Arzt-Patienten-Beziehung fundamental. Besonders junge Menschen bewerten Gesundheitsinformationen zunehmend danach, ob sie hilfreich, verständlich und zugänglich sind – nicht danach, ob sie aus einer klassischen medizinischen Autoritätsstruktur kommen. Genau hier entsteht die neue Spannung: Patient:innen kommen informierter in die Praxis, aber nicht zwingend besser informiert. Sie bringen ChatGPT-Ausdrucke, TikTok-Diagnosen, Deep-Research-Zusammenfassungen und vermeintlich evidenzbasierte Empfehlungen mit. Manche davon sind erstaunlich gut. Andere sind falsch, gefährlich oder aus dem Kontext gerissen.

Die medizinische KI ist dabei selbst widersprüchlich. In einigen Studien erreicht ChatGPT bei komplexen Fällen beeindruckende Ergebnisse, teilweise sogar bessere als Ärzt:innen mit KI-Unterstützung. In anderen Tests liegt die Diagnosequalität deutlich niedriger. Das eigentliche Risiko ist deshalb nicht nur, dass KI falsch liegen kann. Das Risiko liegt darin, dass KI auch dann sicher klingt, wenn sie falsch liegt. Für Patient:innen ist diese Grenze schwer erkennbar. Für Ärzt:innen wird genau diese Einordnung zur neuen Kernkompetenz.

Damit verschiebt sich die ärztliche Kunst. Sie besteht nicht mehr allein darin, mehr zu wissen als Patient:innen. Dieses Wissensmonopol ist gebrochen. Ärztliche Kunst bedeutet heute, aus Informationsflut Klarheit zu machen, aus Verunsicherung Souveränität, aus Wissen Handlung und aus Zweifel Vertrauen. Genau dort liegt der Wert, den eine Maschine nicht einfach ersetzen kann. Nicht, weil KI unwichtig wäre, sondern weil medizinische Entscheidungen nie nur Informationsentscheidungen sind. Sie sind Vertrauensentscheidungen.


Von Empathie zu Empacty

mpathie bleibt wichtig, aber sie reicht nicht mehr aus. Patient:innen brauchen heute nicht nur jemanden, der ihre Angst versteht. Sie brauchen jemanden, der diese Angst einordnet, die Informationslage sortiert und gemeinsam mit ihnen eine tragfähige Entscheidung möglich macht. Inga Bergen schlägt dafür einen neuen Begriff vor: Empacty. Gemeint ist die Fähigkeit, aus Verstehen Handlung zu machen. Aus Mitgefühl wird ein Pakt, aus Beziehung wird Wirksamkeit.

Empacty besteht aus vier Ebenen. Zuerst geht es um Empathy & Evaluation: Was fühlt die Patientin, was hat sie recherchiert, welche TikTok-Erzählung oder KI-Antwort bringt sie mit? Danach folgt Actionable Connection: Die Verbindung bleibt nicht emotional, sondern wird handlungsfähig. Collaborative Consensus bedeutet, dass Ärzt:in und Patient:in gemeinsam entscheiden – mit KI als Werkzeug, nicht als Gegner. Und schließlich Trust & Adherence: Vertrauen wird zur Voraussetzung dafür, dass eine Therapie nicht nur verstanden, sondern auch umgesetzt wird.

Genau darin liegt die neue Unersetzbarkeit ärztlicher Arbeit. KI kann Empfehlungen formulieren, Wahrscheinlichkeiten berechnen und Informationen zusammenfassen. Aber sie kann keinen therapeutischen Pakt schließen. Sie kann keine Verantwortung tragen. Sie kann nicht wahrnehmen, ob eine Patientin nur höflich nickt oder tatsächlich verstanden hat. Sie kann nicht spüren, wann ein Mensch Angst hinter Sachlichkeit versteckt. Und sie kann nicht die soziale Beziehung herstellen, durch die aus einer medizinisch richtigen Empfehlung eine real gelebte Handlung wird.

Gleichzeitig verschärft Social Media die Lage. TikTok, Instagram und andere Plattformen sind längst Gesundheitsräume, aber keine verlässlichen Versorgungsräume. Viele Inhalte zu mentaler Gesundheit, ADHS, Autismus, Ernährung oder Therapie sind verkürzt, emotionalisiert oder nicht ausreichend evidenzbasiert. Patient:innen kommen deshalb nicht nur mit mehr Wissen, sondern auch mit mehr Fehlwissen in die Praxis – oft verbunden mit dem festen Gefühl, gut informiert zu sein. Das abzuwerten wäre falsch. Es ernst zu nehmen, ohne alles zu bestätigen, ist die neue Kunst.

Für Ärzt:innen bedeutet das: Die Frage ist nicht mehr, ob Patient:innen KI nutzen. Sie tun es längst. Die Frage ist, ob Ärzt:innen diesen Moment als Bedrohung erleben oder als Eintrittskarte zu einem besseren Gespräch. Wer beleidigt reagiert, verliert Vertrauen. Wer neugierig fragt, gewinnt Handlungsspielraum. „Was haben Sie gelesen?“ wird wichtiger als „Warum googeln Sie?“ Und vielleicht wird auch die Frage wichtiger: „Was sehen Sie, das ich noch nicht sehe?“

Der Satz vom Würstchenverkaufen bleibt deshalb hängen, weil er die falsche Alternative beschreibt. Es geht nicht um Arzt oder KI, nicht um Mensch oder Maschine, nicht um Wissensmonopol oder Bedeutungsverlust. Es geht um eine neue Rolle: Ärzt:innen werden zu Übersetzer:innen, Vertrauensstifter:innen und Entscheidungsbegleiter:innen in einer Welt, in der Informationen überall sind, aber Orientierung knapp wird. Wenn dieser Arzt jemals Würstchen verkauft, würde Inga Bergen vermutlich welche kaufen. Aber wichtiger wäre: Er bleibt Arzt – nur anders als bisher.

Pro Tipp

Wer im KI-Zeitalter medizinische Autorität behalten will, sollte nicht gegen KI argumentieren, sondern besser werden in dem, was KI nicht kann: Beziehung gestalten, Unsicherheit einordnen, Verantwortung übernehmen und Patient:innen zu wirksamen Entscheidungen führen.

FAQ

Was bedeutet Empacty?

Empacty beschreibt die Fähigkeit, aus Verstehen konkrete Handlung entstehen zu lassen. Es geht nicht nur um Mitgefühl, sondern um eine wirksame Verbindung zwischen Ärzt:in und Patient:in.

Warum reicht Empathie im KI-Zeitalter nicht mehr aus?

Weil Patient:innen heute mit vielen Informationen, KI-Antworten und Social-Media-Erzählungen in die Praxis kommen. Sie brauchen nicht nur Verständnis, sondern Orientierung, Einordnung und eine gemeinsame Entscheidung.

Welche Rolle spielt KI in der Medizin?

KI kann Diagnostik, Recherche und Entscheidungsunterstützung verbessern. Sie ersetzt jedoch nicht die menschliche Verantwortung, die Beziehung und das Vertrauen, die für gute Versorgung zentral sind.

Warum ist die Arzt-Patienten-Beziehung wichtiger geworden?

Weil das Wissensmonopol der Medizin durch KI und digitale Informationen schwächer wird. Gerade deshalb wird die Fähigkeit, Vertrauen und Handlungssicherheit zu schaffen, zum entscheidenden Wert.

Fazit

KI macht medizinisches Wissen verfügbarer, schneller und zugänglicher. Aber genau dadurch wird die Arzt-Patienten-Beziehung nicht weniger wichtig, sondern wichtiger. Je mehr Informationen Patient:innen mitbringen, desto größer wird der Bedarf an Menschen, die einordnen, beruhigen, widersprechen, verbinden und Verantwortung übernehmen können.

Empathie ist dafür die Grundlage, aber nicht das Ziel. Die Zukunft der Medizin braucht Empacty: die Fähigkeit, aus Verstehen wirksames Handeln zu machen. Nicht das Wissensmonopol macht Ärzt:innen unersetzbar, sondern die Fähigkeit, Vertrauen so zu gestalten, dass Patient:innen gute Entscheidungen wirklich umsetzen können.

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Die Autorin

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Inga Bergen

Expertin für Digital Health & AI I Moderator | Founder | Angel Investor

"Visionäre der Gesundheit " Gründerin Inga Bergen ist eine der promintesten Stimmen für eine menschzentrierte Digitalisierung des Gesundheits­wesens. Seit 15+ Jahren an der Schnittstelle von Technologie, Medizin und Gesellschaft. Im erfolgreichen Podcast und Newsletter "Visionäre der Gesundheit" ordnet Inga die digitale und KI-Transformation des Gesundheitswesens ein.

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